Grazetta

„Das LEBEN der Menschen BESSER MACHEN“

Doris Kampus ist seit 2015 Landesrätin für Arbeit, Integration und Soziales. Im Grazetta-Interview spricht die Sozialdemokratin über ihre Ziele für die Steirer und erklärt, warum eine Stimme für die SPÖ die beste Entscheidung ist.

GRAZETTA Wie hat sich das soziale Klima in der Steiermark seit Ihrem Amtsantritt als Soziallandesrätin verändert?
DORIS KAMPUS Das Klima hat sich sehr verändert. Wenn eine Krise die nächste jagt, dann macht das natürlich etwas mit den Menschen. Da waren die Flüchtlingskrise, Corona, der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit unmittelbaren Folgen auch für unser Leben, die Teuerungswelle bei Energie-, Lebensmittel- und Wohnkosten. Aktuell steigt die Arbeitslosigkeit wieder. Das belastet die Menschen und lässt den Ton im Umgang miteinander rauer werden.

Wie kann die Politik hier gegensteuern?
DK Auch wenn das jetzt banal klingt: Es ist wichtig, für die Menschen da zu sein. Jedem einzelnen muss das Gefühl gegeben werden, dass er mit seinen Problemen nicht allein ist und dass seine Sorgen ernst genommen werden. Das zu vermitteln ist mir wichtig. Auch um Druck von den Menschen zu nehmen. Denn je besser der Einzelne abgesichert ist, umso mehr Herz und Hirn kann er für Demokratiefragen aufbringen. An einer guten Sozialpolitik hängt also nicht zuletzt auch die Demokratie.

SP-Landesrätin  Doris Kampus: Vertrauen ist eine absolute Bringschuld der Politik.

Was sehen Sie als Ihre große Herausforderung an?
DK Lösungen suchen, finden und anbieten. Die Steirer haben ein Recht auf ein gutes Sozialsystem. Es zeichnet die Sozialdemokratie nun einmal aus, dass wir den einzelnen Menschen und sein konkretes Problem sehen: Egal, ob es um Jobverlust, Behinderung, Gewalterfahrung oder Pflege geht.

Ist der Staat der große Problemlöser?
DK So darf das nicht verstanden werden. Das soziale Netz muss gut funktionieren. Aber ich bin entschieden dagegen, dass Unterstützung durch die öffentliche Hand zu einer Dauerschleife wird. Es ist unser Ziel, die Menschen so rasch wie möglich wieder aus dem Sozialsystem herauszubringen. Wir tun beispielsweise aktuell sehr viel im Bereich der Automobilindustrie, in der die Arbeitslosigkeit wieder steigt. Wir bereiten gerade eine Branchenstiftung vor.

Was würden Sie als ihren größten Erfolg bezeichnen?
DK Dass wir gut durch alle Krisen der vergangenen Jahre gekommen sind. Der konsequente Ausbau von Gewaltschutz und Behindertenhilfe stechen dabei besonders hervor.

Warum fühlen sich viele Steirer trotzdem von der Politik im Stich gelassen?
DK Mit Sozialpolitik beschäftigt man sich nicht, wenn man sie nicht braucht. Und wenn man sie braucht, hält man es für selbstverständlich, dass sie da ist. Man übersieht dabei oft die großen politischen Rahmenbedingungen, die dahinterstehen.

Würden Sie sich manchmal mehr Dankbarkeit wünschen?
DK Nein, darum geht es nicht. Was ich mir allerdings wünschen würde, wäre Vertrauen. Vertrauen dahingehend, dass wir da sind und helfen. Dann könnte sich auch mein großes Ziel erfüllen, dass die Stimmung im Land wieder besser, das Leben der Menschen wieder sorgenfreier wird.

Gerade die Sozialdemokratie war in der Vergangenheit mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.
DK Keine Frage: Vertrauen ist eine absolute Bring-schuld der Politik. Zum Glück gibt es viele Politiker, die jeden Tag daran hart arbeiten. Und was die Probleme in der SPÖ angeht: Da war tatsächlich vieles nicht in Ordnung. Aber diese Zeiten sind vorbei. Anton Lang ist ein großartiger Politiker und Mensch, der das tut, was er sagt. Das zeichnet ihn aus. Auch Andreas Babler macht seine Arbeit hervorragend. Die beiden sind Politiker, mit denen man Wahlen gewinnen kann.

Warum sollen die Steirer im Superwahljahr 2024 SPÖ wählen?
DK Weil sie mit uns an der Spitze die Gewissheit haben: Es ist jemand da, der an der Lösung der Probleme arbeitet und ein aufrichtiges Interesse daran hat, das Leben der Menschen besser zu machen. Die Sozialdemokratie ist der Garant für eine Politik, auf die sich die Menschen verlassen können.

Wo sehen Sie sich nach der Landtagswahl im Herbst?
DK Im Team des neuen steirischen Landeshauptmanns Anton Lang. Ich würde aber auch gerne Vorsitzende der Grazer SPÖ bleiben. Die Funktionen sind durchaus vereinbar. 

Foto: Peter Drechsler

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