Grazetta

Die Erfolgsgeschichte der Brauerei Hirt feiert heuer ihr 750-jähriges Jubiläum.

Die Erfolgsgeschichte der Brauerei Hirt feiert heuer ihr 750-jähriges Jubiläum. Seit damals geht es in der zweitältesten Privatbrauerei Österreichs um Echtheit.
In fünfter und sechster Generation fest in Familienhand, schmeckt die breite Palette der Hirter Biere weit über die Grenzen hinaus.

Tag Heuer, Aston Martin, Pirelli und Hirter Bier. Geht es nach einer aktuellen Umfrage von Marketagent, reiht sich das Bier aus der zweitältesten Privatbrauerei Österreichs unter die zehn männlichsten Marken des Landes. Das verwundert nicht. In Hirt angekommen, umgeben von Bergen und viel Natur, lässt sich das Bodenständige spüren. Der Spruch „Echte Leidenschaft“ kommt nicht von ungefähr. Denn für Echtes Bier braucht es mehr als nur Tradition.
Ebenso bedeutsam sind Regionalität, hervorragende Rohstoffe und ursprüngliches Handwerk. Ein Handwerk, das seit 1270 am ehemals wichtigen Transportweg zwischen Triest und Wien stets perfektioniert wurde.

„Unser größter Vorteil als Privatbrauerei ist sicherlich, dass wir unabhängig von jeglichen Konzernvorgaben sind. In einem Markt, der von Globalisierung geprägt ist, können wir unsere Eigenständigkeit wahren“, schätzt Niki Riegler auch im Jubiläumsjahr die Autonomie. Gemeinsam mit seinem Onkel Klaus Möller, ist er Eigentümer und Geschäftsführer der Hirter Brauerei. Die Begeisterung für das Echte will die fünfte und sechste Generation weitergeben, die Zukunft klingt vielversprechend: 2019 kletterte der Umsatz mit einem Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 33 Millionen Euro. „Und das, obwohl der Markt generell stagnierend ist“, weiß Klaus Möller. Mitverantwortlich für den Erfolg ist die hohe Exportquote von 19,1 Prozent – kaum eine andere österreichische Brauerei kann da mithalten.
Vom Geheimnis des Erfolges will in Kärnten aber niemand sprechen, dafür gibt es genug Fakten. „Das liegt zum einen sicher auch am Wasser, das aus den 24 eigenen Quellen, den „Hanslbauerquellen“ im Wasserschutzgebiet Lorenzenberg, direkt gegenüber der Brauerei, gewonnen wird. Wir sind eine der wenigen Brauereien in Österreich, die ihr Bier mit reinstem Bergquellwasser braut. Das Wasser ist so ideal beschaffen, dass es ohne Aufbereitung zum Brauen verwendet wird“, sagt Braumeister Raimund Linzer. Generell wird nur Gerste aus Österreich verwendet. Ein Teil davon wächst direkt vor den Toren der Brauerei. Der Hopfen für das Pils, gebraut nach einem alten böhmischen Rezept, kommt dementsprechend zum Großteil aus der Tschechei. Dass die Brauerei schonend mit der Gewinnung von Ressourcen umgeht, blieb nicht unbemerkt und brachte ihr mit dem „Slow Brewing“-Zertifikat eines der am strengsten geprüften Gütesiegel der Welt ein. Slow Brewer sind Brauer, die ihre Leidenschaft für herausragende Biere völlig unabhängig von Konzernen und deren Vorgaben leben. Die Brauerei Hirt setzt seit Mitte der 1960er Jahre auf Wasserkraft und verfügt über zwei Kraftwerke, die im Jahr etwa 600.000 kW/erzeugen, bereits vor sieben Jahren wurde eine Photovoltaikanlage installiert, mit deren Energie man 100 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen könnte. Die Privatbrauerei Hirt ist somit zu 80 Prozent stromautark.

Keine Dosen aus Hirt
Neben der Unabhängigkeit und der Leidenschaft ist die Vielseitigkeit eine weitere Stärke des 145 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. Zum Sortiment gehören nicht weniger als 16 unterschiedliche Biersorten, vom Pils über Morchl bis zum Zwickl. Grundsätzlich alles Craftbiere, weil „Craft ja nichts anderes heißt, als Handwerk“. Und das beherrschen sie. Hinzu kommen unterschiedliche Limonaden, seit 1998 werden mit „Braumeisterbrand“ und „Zigarrenbrand“ auch zwei Schnäpse gebrannt. Beim „Beerique“ ist der Name Programm – das Starkbier reift im Whiskey-Holzfass, ist nicht pasteurisiert und völlig naturbelassen.

„Es gibt kein Hirter Bier in Dosen. Hirter Biere sind nicht pasteurisiert und werden mit Doppelfiltration haltbar gemacht. Auf verkrusteten Starrsinn zu tippen wäre insofern fatal, als einem die Kärntner stets innovative Ideen, wie etwa ein selbstkühlendes Bierfass oder einen, in die Brauerei integrierten „Weber Grill Premium-Store“, auftischen und auf die Bedürfnisse der Biertrinker und Gastronomen eingehen. „Die Rechnung wird mit dem Wirt gemacht“, lautet das Motto. Immerhin gehen etwa 60 Prozent des Absatzes in die Gastronomie, der Absatz von Flaschen liegt dennoch bei rund 51 Prozent. Insgesamt werden 155.000 Hektoliter pro Jahr umgesetzt, was etwa 30 Millionen Krügerln Bier entspricht. In der hochmodernen Anlage werden pro Stunde 30.000 Flaschen abgefüllt. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne ist auch hier gelungen. Die Privatbrauerei verschließt sich den Notwendigkeiten eines modernen und wirtschaftlichen Unternehmens nicht, man will halt eben „nur“ hochhalten, was schon immer echt war, und das soll auch so bleiben. „Deshalb achten wir auf unsere Traditionen und unsere Herkunft: Weil uns das Echte mehr berührt und mehr bewegt, als alles andere und so Jahrhunderte überdauert.“ So seht es im eigenen Hirter Manifest. Weil es um das echte Leben, den echten Moment geht. Dem echten Genuss. Echtes Bier.

In der hochmodernen Anlage werden pro Stunde 30.000 Flaschen abgefüllt. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne ist auch hier gelungen.
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Bernd Siebenhofer

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