Seit März 2025 führt mit Georg Preßler ein studierter Betriebswirt, IT Unternehmer und Bürgermeister die Geschäfte der Steirischen Volkspartei. Im GRAZETTA-Gespräch erklärt er, warum ihm der Austausch mit Bürgern wichtig ist.

GRAZETTA • Sie führen die Parteigeschäfte der ÖVP Steiermark seit gut acht Monaten. Wie fällt Ihre vorläufige Bilanz aus?
GEORG PRESSLER • Es ist eine wunderbare und spannende Aufgabe, gemeinsam mit unserer Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom, unserem Team im Landtag Steiermark, den 13 Bezirksorganisationen und den vielen Ortsgruppen im ganzen Land zu arbeiten und insbesondere zu versuchen, Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit – im Kleinen wie auch im Großen – zu finden. Die ersten Monate waren intensiv, aber auch produktiv. Dabei ist uns vieles gelungen. Persönlich ist mir das Miteinander über alle Ebenen ein besonderes Anliegen.
Was sind für Sie die wichtigsten Erfolge der blau-schwarzen Landesregierung?
GP • In der steirischen Landespolitik konnten wir einiges umsetzen. Ich denke da etwa an die Einführung der Bezahlkarte für Asylwerber oder an den überfälligen Ausbau der A9 im Süden von Graz. Beides sind langjährige Forderungen der Steirischen Volkspartei, für die wir intensiv gekämpft haben. 2026 setzen wir den Schwerpunkt auf Wirtschaft, Jobs und Standort. Wir sind der Ansprechpartner für die steirischen Unternehmen und Familienbetriebe, aber auch für alle Arbeitnehmer in unserem Land.
Sie haben viele neue Aufgaben übernommen, wo warten die größten Herausforderungen auf die ÖVP?
GP • Die Aufgaben sind sehr vielfältig, gerade das macht sie spannend und abwechslungsreich. Aufgrund meiner Tätigkeit als Unternehmer und Gemeindepolitiker weiß ich, dass eine erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft die richtigen Rahmenbedingungen braucht. Das gilt auch für die Steirische Volkspartei: Wir wollen gemeinsam alles dafür geben, dass die Steiermark weiterhin ein Ort mit starker Wirtschaft, sicheren Jobs und attraktiver Lebensqualität bleibt, vor allem aber auch ein Land des konstruktiven und positiven Miteinanders. Dafür brauchen wir strukturelle, inhaltliche Anpassungen und frische Impulse. Die Einbindung der Bezirke und Gemeinden ist mir daher sehr wichtig, um die bevorstehenden Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können.
Wir brauchen frische Impulse.
GEORG PRESSLER, ÖVP-Steiermark Geschäftsführer
Die offene Diskussionsplattform am K6, der Steirertalk, wurde zum Jahresauftakt wiederbelebt. Was wollen Sie mit dem Format erreichen?
GP • Uns ist es sehr wichtig, die Parteizentrale am Karmeliterplatz wieder zu öffnen und für die Menschen, die sich positiv einbringen wollen – dazu zählt gerade auch ein konstruktiv kritischer Austausch – zugänglich zu machen. Gleichzeitig wollen wir uns die Expertise von Fachleuten hereinholen und die Themen der Zeit beleuchten. So wollen wir den Diskurs fördern, der für gesellschaftlichen Fortschritt notwendig ist. Mit dem ersten Schwerpunkt – Künstliche Intelligenz – haben wir ein brandaktuelles Thema adressiert, dass sowohl die Bevölkerung als auch unsere Unternehmen im täglichen Leben massiv betrifft . Wir zeigen Chancen auf und sprechen darüber, wie uns KI im Alltag weiterhelfen kann. Die rege Teilnahme mit 160 Gästen hat ganz klar gezeigt, dass der Bedarf nach einem solchen Austausch groß ist.
Im April geht die steirische ÖVP im Stift St. Lambrecht in Klausur. Welchen Themen werden besprochen?
GP • Die bereits angesprochene Öffnung der Parteizentrale ist einer der ersten Schritte, der zu diesem Prozess dazugehört.
Entscheidend ist auch, nicht nur auf Landesebene, sondern auch in den Regionen, Bezirken und Gemeinden der Steiermark Präsenz zu zeigen und ein starker Ansprechpartner zu sein. Unser Fundament sind unsere Funktionäre, die Garant dafür sind, dass die Anliegen, die tagtäglichen Probleme und Herausforderungen der Steirer vor Ort und im Land gehört werden. Zugleich wollen wir die Herausforderungen für den Wirtschafts- und Industriestandort sowie für den Arbeitsmarkt adressieren und Lösungen erarbeiten. Es ist unser Anspruch, neue Chancen und Perspektiven für kommende Generationen zu eröffnen.
Sie sind Bürgermeister in Edelschrott, Unternehmer und dreifacher Familienvater, wie bekommt man das alles unter einen Hut?
GP • Keine Frage, das ist natürlich eine große Herausforderung. Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Berufs- und Privatleben sehr gut vereinbaren lässt. Ohne gegenseitiges Verständnis und die große Unterstützung von zu Hause ginge das nicht. Ich hatte immer das Glück, beruflich Aufgaben übernehmen zu dürfen, die mir große Freude bereiten. Für meine Kinder wünsche ich mir eine Zukunft mit guten Lebensbedingungen und Perspektiven. Das gibt mir zusätzlichen Antrieb, mich in meiner politischen Funktion konstruktiv für eine gute Weiterentwicklung einzusetzen.
Foto: ÖVP Steiermark






