Die Steirische Volkspartei stellt 2026 mit dem Wirtschaftsforum das Thema Wirtschaft in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Experten sollen Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft gefunden werden. GRAZETTA sprach darüber mit dem Verantwortlichen, VP-Klubomann Lukas Schnitzer.

GRAZETTA • Welches Ziel verfolgt die ÖVP mit dem neuen Format „Wirtschaftsforum Steiermark“?
LUKAS SCHNITZER • Mit diesem neuen Format wollen wir gemeinsam mit Experten im Rahmen von mehreren Veranstaltungen Lösungen für Wirtschaft, Standort und Jobs erarbeiten. Die Steiermark war immer dann sehr leistungsstark, wenn Wirtschaft, Arbeit und Industrie im Mittelpunkt der politischen Agenda standen. Gerade jetzt braucht es wieder diesen Fokus, denn wir haben in vielen Branchen außerordentlich helle Köpfe und eben auch fleißige Hände. Von diesen enormen Vorteilen getragen, kann das Zukunftsland Steiermark seine volle Kraft und Stärke ausspielen. Unsere Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom bringt es mit ihrer Aussage auf den Punkt: „Die Steiermark ist die größte Chancenregion Österreichs.“
Welche Lösungen wurden auf dem ersten Wirtschaftsforum Anfang des Jahres für Probleme wie zum Beispiel für hohe Energiekosten erörtert?
LS • Die Energiewende ist keine Ideologie, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Es ist daher erforderlich, dass wir uns zum Ausbau der erneuerbaren Energien, besonders in den Bereichen Wind und Photovoltaik, bekennen und gleichzeitig den Ausbauturbo zünden. Weitere Investitionen sind dringend notwendig und müssen auch zugelassen werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Meilenstein für die steirische Wirtschaft und das Gebot der Stunde. Gleichzeitig machen wir uns auch für einen Industriestrompreis stark.
Wie gut geht es dem Wirtschaftsstandort Steiermark?
LS • Die Steiermark, Österreich und wohl auch ganz Europa stehen derzeit vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die globalen Konflikte und die Rückkehr der Zollpolitik sorgen für Instabilität und Unsicherheit. Der wirtschaftliche Erholungspfad hängt am seidenen Faden. Märkte müssen offenbleiben und dürfen nicht durch protektionistische Maßnahmen mutwillig geschwächt werden. Deshalb brauchen wir mehr denn je strategische Partner nicht nur auf EU-Ebene, sondern weltweit. Was wir daher sicher nicht gebrauchen können, ist eine Festung Österreich“. Dies würde den Standort weiter schwächen. Vielmehr braucht es Brücken in die Zukunft. Jeder zweite Euro wird in der Steiermark mit dem Export verdient. Dies ist ein klarer Beleg, dafür, dass unser Weg der richtige ist.
Wir machen uns für einen Industriestrompreis stark.
LUKAS SCHNITZER, VP-Klubomann
Was muss getan werden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern?
LS • In der Steiermark sehen wir große Kompetenzen und Potenziale, etwa in der Stahlindustrie oder im Bereich der Wasserstofftechnologie. Unser Credo lautet: Ermöglichen und nicht verhindern. Das bedeutet aber gleichzeitig für die Politik, Leben und Wirtschaften wieder deutlich zu vereinfachen. Überbordende Bürokratie muss abgebaut und Deregulierung vorangetrieben werden. Ich persönlich plädiere für mehr Mut zum Strukturwandel durch Innovation.
Was darf man sich vom Wirtschaftsforum Steiermark in naher Zukunft erwarten?
LS • Wirtschaft bedeutet Arbeit. Arbeit bedeutet Arbeitsplatz. Arbeitsplätze ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben, schaffen Wohlstand und sichern unseren Sozialstaat ab. Es ist unsere Aufgabe, hinzuhören und die Sorgen zu verstehen, aber gleichzeitig bestmögliche Lösungen zu suchen und richtige Maßnahmen zu setzen. Die Steirische Volkspartei widmet dem Thema Wirtschaft 2026 ihre zentrale Aufmerksamkeit, weil es ein Schicksalsthema für unsere Steiermark ist. Wir werden deshalb nicht nur auf steirischer Ebene alle Hebel in Bewegung setzen, um die angesprochenen Maßnahmen zu setzen, sondern auch auf Bundes- und Europäischer Ebene für das Zukunftsland Steiermark kurbeln.
Foto: Michaela Lorber






