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Führen lernen

Mut, Offenheit und der Wille zu gestalten, das zeichnet Führungspersönlichkeiten aus. Wie man sich mit Weiterbildung und Coaching für unternehmerische Herausforderungen topfit machen kann, erklären Experten.

Eine gute Führungskraft erkennt man in einer Krisensituation.“ Das ist die prägnante Antwort von Kristin Orthacker, wirtschaftspsychologische Supervisorin in Graz, auf die Frage, was gutes Leadership ausmacht. „Die wenigsten Menschen sind meiner Erfahrung nach in einer Krisensituation wirklich stabil.“

In einer kniffligen Situation die Nerven zu behalten, das ist auch für Karin Madenberger eine Fähigkeit, die Führungspersonen haben müssen. „Sie brauchen Mut, Offenheit, die Bereitschaft zur Veränderung, den Willen zu gestalten und vor allem Kraft“, sagt die Leiterin des Zentrums für Akademische Weiterbildung an der FH Campus 02. Also Eigenschaften, die mit Persönlichkeit und Charaktereigenschaften zu tun haben. Dass Führungspersönlichkeiten fachlich sattelfest sein müssen, das ist für die beiden Frauen selbstverständlich.

Gibt es so etwas wie Naturtalente, geborene Führungspersönlichkeiten? „Ich habe noch keine kennengelernt“, sagt Orthacker. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht individuelle Verfasstheiten gebe, die gute Voraussetzungen für eine Führungsrolle sind, wie Karin Madenberger konstatiert.

Zum Glück gibt es verschiedene Instrumente, die helfen, sich auf eine Führungsrolle vorzubereiten, sich in dieser Rolle weiterzuentwickeln und sich auf neue Herausforderungen einzustellen.

Wundermittel gibt es zwar keine, dafür aber Methoden, die man als Hilfe zur Selbsthilfe bezeichnen kann. So definiert etwa Kristin Orthacker Coaching: „Das Wort erinnert auch an das englische Wort für Kutsche. Für mich bedeutet das, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.“ Wenn sie mit Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft arbeitet, dann steht für sie das Erkennen und Fördern von Potenzialen im Vordergrund, die eine Person mitbringe. „Mir geht es darum, die Qualitäten meiner Klienten mit meinen, über Jahrzehnte hinweg erlernten Techniken zu kombinieren und Menschen so zu helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern.“

Orthacker betont, dass erfolgreiches Coaching nicht bedeutet, ein Nullachtfünfzehn-Programm abzuwickeln, das für alle Menschen und alle Herausforderungen passend ist. „Das wäre nicht gut, weil das Coaching so nicht in die Tiefe gehen kann“, sagt sie mit Nachdruck.

„Die wenigsten Menschen sind meiner Erfahrung nach in einer Krisensituation wirklich stabil.“

KRISTIN ORTHACKER
Wirtschaftspsychologische Supervisorin

Wie erkennt man also einen guten Coach, mit dem es sich zu arbeiten lohnt? „Ein Psychologiestudium ist ideal, aber viel wichtiger ist eine langjährige praktische Erfahrung“, betont Orthacker. Sie hat als Leiterin von HR-Abteilungen zwei großer Handelsunternehmungen die Herausforderungen im wirklichen Leben kennengelernt. Und vor allem auch sehr viele verschiedene Menschen und deren Verfassung. Die dritte Voraussetzung, die ein guter Coach braucht, mag überraschend klingen. Es geht nämlich um kontinuierliche Selbstreflexion, also um die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Coach und um ständige Bereitschaft, weiter zu lernen.

Diese drei Kernkompetenzen sind für sie die Voraussetzung, um auf Menschen mit emphatischer Distanz zuzugehen, ihre Stärken und Schwächen zu analysieren und mit ihnen gemeinsam Strategien zur Selbsthilfe zu entwickeln. Denn ein erfolgreiches Coaching bedeutet ihrer Meinung nach auch, dass der Klient selbstständig in der Lage sein sollte, das Erlernte in seiner beruflichen Arbeit anzuwenden.

Den Fokus auf fachliche Weiterbildung legt die Fachhochschule der Wirtschaft, Campus 02. „Wir bieten verschiedene berufsbegleitende Leadership-Programme an, wie zum Beispiel Digitales Management oder Innovation Leadership“, erklärt Karin Madenberger, Leiterin Akademische Weiterbildung am Campus 02. „Wir widmen uns jenen Zukunftsthemen, die für die Wirtschaft und ihre Führungskräfte wichtig sind.“ Als Beispiel nennt sie das Thema KI-Strategien für Unternehmen. „KI-Modelle werden zwar in manchen Abteilungen eines Unternehmens angewendet, aber wie man eine KI-Strategie für das gesamte Unternehmen entwickeln kann, dafür fehlt es in vielen Firmen am notwendigen Know-how. Deshalb haben wir zu diesem Thema ein Weiterbildungsprogramm entwickelt.“ Ein weiterer Schwerpunkt der Fachhochschule ist die Digitalisierung und ihre Anwendungsbereiche in Produktion, Vertrieb und Verkauf. „Digitale Sales werden für KMUs und für die Industrie immer wichtiger“, betont Madenberger. „Die nachrückenden Führungskräfte der heute 30Jährigen will digital einkaufen. Da führt also kein Weg daran vorbei.“

„Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.“

STEPHAN WITZEL
Uni for Life-Geschäftsführer

Womit Madenberger aber auch das Thema Generationen in Unternehmen anspricht. Und die Herausforderungen, die mit verschiedenen Führungsstilen verbunden sind. „Junge Mitarbeiter brauchen Freiheit beim Arbeiten, einen Spielraum, in dem sie sich bewegen können“, erklärt Madenberger. „Das bedeutet für Führungskräfte, diesen Freiraum klar zu definieren und regelmäßig mit ihnen über Werte des Unternehmens, über Ziele und die Grenzen ihrer Freiheit zu sprechen.“ Hierarchische Modelle, der Chef erklärt, was Sache ist, funktionieren nicht mehr. „Wir haben unsere Kinder ja auch mit viel Freiheit erzogen“, argumentiert sie. Es gehe ihrer Meinung nach aber auch darum, dass jüngere Führungskräfte lernen, auf die Erfahrung älterer Mitarbeiter zu vertrauen und diese wertzuschätzen. „Die Zusammenarbeit ist für beide Seiten nicht leicht, deshalb ist Offenheit so wichtig.“

Offenheit bedeutet ihrer Meinung nach aber auch, sich ohne Angst mit Veränderung auseinanderzusetzen. Auch wenn Menschen nun einmal Veränderungen nicht mögen.

Neben fundierten Fachkenntnissen brauchen erfolgreiche Führungspersönlichkeiten Soft Skills wie gute kommunikative Fähigkeiten und Erfahrung im Umgang mit Konflikten. „Wertschätzung ist dabei ein Schlüsselbegriff, er bedeutet sein Gegenüber zu sehen und zu erkennen, was ein Mitarbeiter braucht“, erklärt die Weiterbildungsexpertin. „Einfach ist das nicht, weil man als Führungsperson immer Entscheidungen treffen wird müssen, die ein Teil der Belegschaft unglücklich machen wird.“

„Digitale Sales werden für KMUs und für die Industrie immer wichtiger.“

KARIN MADENBERGER
Fachhochschule Campus 02

Nachdruck auf die Entwicklung von Soft Skills legt man auch in der Alexandra Wutscher Akademie des Optikunternehmens „sehen!wutscher“. „Wir vermitteln im Rahmen unserer Weiterbildungen für Mitarbeiter und Führungskräfte nicht nur Wissen, wir stärken auch die Persönlichkeit, das Selbstbewusstsein und die Kompetenz im Umgang mit Kunden und im Team“, betont Geschäftsführerin Alexandra Wutscher-Hold. Sie ist im Unternehmen für Personalpolitik zuständig und leitet die 2014 von ihr gegründete Akademie. Mit dem firmeneigenen Weiterbildungsinstitut an vier Standorten in Österreich will Wutscher-Hold Mitarbeiter motivieren. „Unsere Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs“, sagt sie.

Unternehmen finden aber auch in der Karl-Franzens-Universität Graz einen kompetenten Partner, wenn es um Aus- und Weiterbildungen für Führungskräfte geht. Uni for Life bietet Masterlehrgänge an, für jene, die eine neue Karriere planen oder den Fachbereich wechseln wollen. Daneben gibt es aber auch kurze und kompakte Angebote, wie Webinare, ort- und zeitunabhängige Online-Seminare und auf individuelle Firmen und Fragestellungen zugeschnittene Programme. „Diese große Vielfalt des Angebots ist für uns nur möglich, weil wir eng mit den Instituten und Organisationen der Universität Graz zusammenarbeiten“, sagt Uni for Life-Geschäftsführer Stephan Witzel. „Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist unsere Brückenfunktion zwischen Wirtschaft und Wissenschaft .“ Uni for Life ist eine Tochter der Uni Graz und kein klassisch privatwirtschaftliches Unternehmen. Uni for Life übersetzt Wissenschaft auf eine praxisnahe Ebene, sodass sie im unternehmerischen Alltag einsetzbar wird. Wie das funktioniert, erklärt Geschäftsführer Witzel: „In der Regel kommen Personalverantwortliche mit einem bestimmten Wunsch auf uns zu. Auf dieser Grundlage konzipieren wir ein maßgeschneidertes Seminar, das wir dann als einer der wenigen Anbieter im Unternehmen auch durchführen.“

Andere Programme, wie etwa das Online-Seminar Entrepreneurship wurde in enger Abstimmung mit dem Mobilitätstechnologie-Unternehmen AVL entwickelt, die Idee für ein Online-Seminar zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement hatte refurbed, der Marktplatz für erneuerte Produkte. Als Goodie wartet auf Absolventen eine Abschlussbestätigung, auf der das Logo von Uni for Life prangt. Und das macht sich schon gut auf der Wand im Büro.

Fotos: Benjamin Gasser, Heinz Mitteregger, Oliver Wolf, Unsplash

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