erythromycin buy online
Grazetta

Elvis, Dalí und Ribiselwein

Schulzeiten sind nicht nur Zeiten von Stress und  schlechten Nachrichten. Viele Erlebnisse zwischen Tafel und Turnsaal bleiben ein Leben lang in Erinnerung.  Wir haben bekannte Steirer gebeten, ihre schönsten und liebsten Erlebnisse zu Papier zu bringen.

Auf glattem Parkett
Die Volksschule habe ich in einer Klosterschule besucht. Meine Eltern waren zwar nicht so gläubig, aber die Schule war in der Nähe unserer Wohnung und Nachmittagsbetreuung angeboten hat sie auch. Eines Tages war uns Mädchen einmal recht langweilig in der Zeit vor der Nachmittagsbetreuung. Und weil überall Kerzen herumstanden, kamen wir auf die Idee, unsere Schuhsohlen mit Kerzenwachs einzuschmieren. Damit konnten wir nämlich auf den Parkettböden wunderbar „eislaufen“. Blöd nur, dass wir damit die Böden ziemlich rutschig gemacht haben. Was die Ordensfrau, die auf uns aufpassen hätte sollen, nicht wissen konnte. Zum Glück hat sie sich bei ihrem Sturz nicht verletzt und für uns ist es bei einer Standpauke geblieben.

Eine beeindruckende Förderin
In der zweiten Klasse Neue Mittelschule habe ich von meinem Klassenvorstand Gertraut Glabischnig ein Buch bekommen, unter anderem über Salvador Dalí. Zu ersten Mal in meinem Leben habe ich Werke dieses spanischen Malers gesehen. Ich war überwältigt, die Abbildungen in dem Buch haben mir einen kreativen Push gegeben. Ich habe in der Schule, auch während des Unterrichts, immer schon gezeichnet, das war auch der Grund, warum ich nicht so gute Noten hatte. Klassenvorstand Glabischnig aber hat an mich geglaubt und mich immer wieder ermutigt. Auf meiner ersten Ausstellung 1999 hat Gertraut Glabischnig ein Bild von mir gekauft. Es sollte nicht das letzte sein. Gertraut Galbischnig ist für mich Beweis dafür, wie wertvoll und ermutigend es für einen jungen Menschen sein kann, wenn es jemanden gibt, der an einen glaubt.

Mit kurzen Haaren
Meine Anekdote hat sich an meinem allerersten Schultag ereignet. Ich hatte damals einen Kurzhaarschnitt und als ich in die Klasse gekommen bin, war nur noch ein Tisch frei. Ich setze mich also hin und nach kurzer Zeit setzt sich ein Kind neben mich, das auch einen Kurzhaarschnitt hatte. Wir schauten uns an und fingen dann beide an zu weinen, weil wir lieber neben einem Mädchen gesessen wären. Es hat ein paar Minuten gedauert, unsere Eltern waren schon ganz irritiert. Bis wir draufgekommen sind: Wir sind eh beide Mädchen! Das war der Beginn einer Freundschaft, die bis heute gehalten hat.

Erfolgreich mit Elvis
Damit wir Schüler des bischöflichen Gymnasiums unseren Maturaballs finanzieren konnten, mussten wir Geld aufstellen. Die Idee: Ein musikalischer Abend. Ein paar Mitschüler erfanden eine Rahmenhandlung mit Anleihe an Goethes Faust. Einem Komponisten waren die Ideen ausgegangen. Der Teufel bot sich an zu helfen: Eine Reise durch die Musikgeschichte sollte den Komponisten inspirieren. Mir wurden drei Rollen zugeteilt: Eine Rolle im Ballett Schwanensee mit rosa Tutu und weißen Socken, ein Playback-Auftritt als Sänger der Comedian Harmonists und – mein absolutes Highlight – ein Medley als Elvis Presley mit seinen größten Hits. Der Abend war ein großer Erfolg, auch finanziell.

Solidarität mit Ribiselwein
Realgymnasium, fünfte Klasse, obligatorischer Skikurs. Wir, sechs Mädels, ein eingeschworenes Team, waren hoch motiviert ob der sportlichen Woche. Immerhin sollte diese auch feierlich von mehreren Flaschen Ribiselwein begleitet werden. Dieser Annahme war allerdings auch der Lehrkörper, der uns bereits am ersten Tag mit der Forderung konfrontierte: Entweder werden alle alkoholhältigen Flaschen abgegeben, oder es folgt eine Zimmerrazzia, bei der jegliche Auffindung die Anreise der Eltern und Abreise des betreffenden Schülers nach sich ziehen würde. Wir waren recht gut mit Flaschen bestückt, aber niemand wollte seine Mittäterschaft eingestehen. Nach eingehenden Besprechungen übernahm ich die Verantwortung für das Gesamtkonvolut. Der Ribiselwein wanderte also in die Obhut der Lehrer und wurde nach Rückkehr in die Schule an die Erziehungsberechtigten rückerstattet. Meine Mutter war dann doch überrascht, als ihr über 20 Flaschen Ribiselwein ausgehändigt wurden. Die Klassenkolleginnen haben mir den Akt der Solidarität nie vergessen.  Der Wein wurde im Übrigen nie getrunken.

Ausgetrickst
In der Tourismusfachschule, die ich besucht habe, sollten wir in der zweiten Stunde einen Mathematiktest machen. Von 19 Schülern waren nur zwei anwesend. Na gut, hat sich der Lehrer gedacht, dann verlege ich den Test eben auf später. In der siebenten Stunde waren alle Schüler
– plötzlich gesundet — wieder in der Schule. Ihr Pech, dachte er sich: Unser Mathematiklehrer supplierte diese Stunde und ließ uns den Test schreiben. Was der Lehrer nicht wusste: In der Zwischenzeit hatte einer der beiden in der zweiten Stunde anwesenden Schüler dem Lehrer den Test aus der Tasche stibitzt. Und wir hatten daher alle Fragen und Aufgaben über Funktionsgleichungen richtig und alle Schüler bekamen einen Einser.

Das erste Turnier
Ich bin in das Akademische Gymnasium in Graz gegangen. 1982 habe ich es mir in den Kopf gesetzt, ein Frauenfußballturnier zu organisieren, es sollte das erste in Österreich sein. Ob ich denn vollkommen den Verstand verloren hätte, hatte der damalige Direktor des Gymnasiums zu mir gesagt. Mich hatte aber der Ehrgeiz gepackt. „Sie werden sehen, dass ich die Unionhalle vollbekomme“, habe ich ihm entgegengehalten. „Und Sponsoren werde ich auch gewinnen.“ Ich hatte Glück und das Turnier wurde ein Erfolg. Es sollte noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis der Frauenfußball den Stellenwert bekam, den er verdient. Bei der UEFA Women’s Euro 2025 im Juli waren alle Spiele ausverkauft.

Fotos: cstrobl, Benjamin Gasser, Lucija Novak, privat, iStock

Werbung

Werbung

ivermectine bestellen

Folgt uns

Tretet mit uns in Kontakt, folgt uns auf unseren Social Media Kanälen. Wir freuen uns!